Landnutzungskonflikte in Stadtumlandräumen in Nordostdeutschland – Doktorarbeit erfolgreich verteidigt

Am 5. Dezember 2024 hat Meike Fienitz ihre Doktorarbeit zu Landnutzungskonflikten erfolgreich verteidigt.

Wie kann ein geeigneter Umgang mit landnutzungsbezogenen Konflikten aussehen? Diese Frage war nicht nur im ReGerecht-Projekt zentral, sondern wurde auch vertieft in einer aus dem Projekt heraus entstandenen Doktorarbeit untersucht. Ihre Arbeit mit dem Titel „Navigating disparate demands: An empirical study of land use conflicts in urban-rural fringe regions in northeast Germany“ hat Meike Fienitz (ZALF, Projekt ReGerecht) am 5. Dezember 2024 erfolgreich an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt.

Die Arbeit hatte zum Ziel durch eine umfassende Analyse der Eigenschaften und Verläufe von Landnutzungskonflikten neue Erkenntnisse zu generieren, wie mit solchen Konflikten in Politik, Planung und Landmanagement angemessen umgegangen werden kann. Ein systematischer Literatur-Review erarbeitete zunächst einen umfassenden Überblick über die bestehende Literatur, verschiedene konzeptionelle Ansätze sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte und –lücken. Eine Situationsanalyse erstellte dann einen Überblick über die empirische Situation in der Untersuchungsregion (Schweriner Umlandraum), identifizierte dort 124 verschiedene Landnutzungskonflikte und untersuchte deren Eigenschaften. Im letzten Schritt wurden die Ursachen von unterschiedlichen Verläufen von Landnutzungskonflikten untersucht und so erarbeitet, wann Landnutzungskonflikte kollaborativ verlaufen, es also zu Aushandlungsprozessen zwischen den Konfliktparteien kommt, und wann solche Konflikte hingegen eskalieren oder auch latent, also unadressiert, bleiben.

Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass Landnutzungskonflikte komplexe, multidimensionale Phänomene sind, die in gängigen Narrativen nicht falsch, aber unvollständig dargestellt werden und dass solche Konflikte für lokale Akteure eine erhebliche Belastung darstellen, was die Relevanz der Beschäftigung mit ihnen nochmals unterstreicht. Zudem konnte erklärt werden, unter welchen Bedingungen Landnutzungskonflikte latent, kollaborativ oder eskalierend verlaufen. Die Dissertation leistet einen Beitrag zu einem besseren Umgang mit Landnutzungskonflikten, indem sie einerseits aufzeigt, welche (Arten von) Konflikte(n) in der Praxis auftreten und somit adressiert werden müssen, und andererseits Ansätze benennt, wie Bedingungen geschaffen werden können, die kollaborative Konfliktverläufe fördern.

Die Arbeit wurde von Dr. Rosemarie Siebert (ZALF, Projekt ReGerecht) und Prof. Dr. Klaus Müller (ZALF / Humboldt-Universität zu Berlin) co-betreut. Die bereits publizierten Fachaufsätze der Dissertation können hier abgerufen werden:

  1. Fienitz, Meike (2023). Taking Stock of Land Use Conflict Research: A Systematic Map with Special Focus on Conceptual Approaches. Society & Natural Resources, 36:6, 715-732. https://doi.org/10.1080/08941920.2023.2199380
  2. Fienitz, Meike; Siebert, Rosemarie (2022). “It Is a Total Drama”: Land Use Conflicts in Local Land Use Actors’ Experience. Land 11:5, 602. https://doi.org/10.3390/land11050602
  3. Fienitz, Meike; Siebert, Rosemarie (2021). Urban versus Rural? Conflict Lines in Land Use Disputes in the Urban–Rural Fringe Region of Schwerin, Germany. Land 10:7, 726. https://doi.org/10.3390/land10070726
  4. Fienitz, Meike; Siebert, Rosemarie (2023). Latent, collaborative, or escalated conflict? Determining causal pathways for land use conflicts. Land Use Policy 134, 106918. https://doi.org/10.1016/j.landusepol.2023.106918

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